Unsere Antworten auf die im "HGK-Faktenpapier" genannten
"Zehn guten Gründe für die Hafenerweiterung in Köln-Godorf"

Unsere Fakten sind belegbar und transparent.  


HGK Grund 1: Er ist gut für die Region.

"Köln ist ein zentraler Knoten des nationalen und internationalen Güterverkehrs. Davon leben mehrere Hundert Unternehmen in der Region Köln/RheinErft. Sie sind auf eine gut ausgebaute Infrastruktur angewiesen.

Zugleich hat die Region gute Chancen, auch in Zukunft ihre wichtige Position als Güterverkehrsknotenpunkt von europäischem Format zu behaupten. In den kommenden 15 Jahren werden die Güterverkehrsleistungen in Deutschland um rund 70 Prozent zunehmen.

Die Zukunft gehört der intelligenten Verknüpfung der Verkehrsträger LKW, Eisenbahn und Binnenschiff. Vor allem der Containerverkehr wächst. Und gerade hier sind die Kapazitäten in der Region erschöpft.”

Kommentar:
1. Fantasieprognose...und würde das unsere Erde verkraften? Klimawandel ist scheinbar ein Fremdwort für die HGK.
2. Falsche Behauptung.....die Kapazitäten im Containerverkehr in der Region sind nicht erschöpft. Beispiele:
• Im Niehler Hafen können 170.000 qm Containerfläche geschaffen werden.
• Der Bonner Hafen erweitert seine Containerflächen um rund 20.000 qm.
• Das Containerterminal Eifeltor wird zur Zeit um 100.000 qm erweitert.


 

HGK Grund 2: Er ist gut für die Stadt.

"Das Einzugsgebiet des Godorfer Hafens liegt im Süden und nicht im Norden Kölns. Zu den wichtigsten Kunden gehören Unternehmen wie Shell, LyondellBasell und Evonik.

Eine Verlagerung von Kapazitäten nach Niehl ist deswegen Unsinn. Denn diese angebliche Alternative hätte eine unerwünschte Konsequenz: Die Verkehrsbelastung im Norden, am Rheinufer und auf dem Autobahnring würde massiv zunehmen.

Wer gegen einen Ausbau des Godorfer Hafens argumentiert, nimmt Lärm und Verkehr in den meisten anderen Stadtteilen in Kauf. Gutachter gehen davon aus, dass die Hafenerweiterung Köln insgesamt rund 300 Millionen Tonnenkilometer pro Jahr an LKW-Transporten erspart. Ohne einen Ausbau in Godorf müssen Hundertausende Tonnen jährlich durch die Stadt geschafft werden.”

Kommentar:
1. Verzerrte Darstellung........LKW-Verkehr durch Köln entsteht durch Mautflüchtlinge der HGK-Kunden und Verkehr nach Eifeltor. Wenn Mautflüchtlinge kontrolliert werden und die Umweltzone in Köln zukünftig erweitert und verschärft wird, fällt dieser Verkehr weg. Die Optimierung in Niehl mit dem KLV-Terminal in vier Kilometer Entfernung ist die beste Lösung, um den LKW-Verkehr zu reduzieren.
2. Fantasiezahlen.......diese Einsparungen sind nicht durch belastbare Untersuchungen belegt.



 

HGK Grund 3: Er ist gut für den Kölner Süden.

"Der Ausbau des Godorfer Hafens vermeidet nicht nur zusätzliche Belastungen der Bevölkerung im Kölner Norden und beugt einem innerstädtischen Verkehrschaos vor, sondern er bringt auch ganz konkrete Vorteile für den Kölner Süden. Rodenkirchen, Sürth, Godorf und andere Stadtteile profitieren von den erfolgreichen Industriestandorten zwischen Rheinufer und Vorgebirge.

Dies soll so bleiben. Deshalb gehört wenig Mut zu der Prognose, dass das Verkehrsaufkommen in der Region trotz der aktuellen Wirtschaftskrise in Zukunft weiter drastisch zunehmen wird. Die Industriegebiete im Kölner Süden brauchen einen leistungsfähigen Allround-Hafen, in dem nicht nur Flüssiggüter, sondern auch Container und sonstige Massengüter umgeschlagen werden können. Auf der Autobahn A 555 ist fast täglich Stau auf dem Rhein könnten dagegen doppelt oder drei Mal so viele Schiffe fahren wie heute.”

Kommentar:
1. Irreführung: Der Ausbau des Hafens ist eine enorme Belastung für den Kölner Süden. Zusätzlichen LKW-Fahrten gefährden Kinder auf Schulwegen.
2. Die Gefährdung der Bürger ist nicht abzuschätzen, weil die Störfälle der chemischen Industrie und im Godorfer Hafen (zweitgrößter Gefahrguthafen in Deutschland) von den Unternehmen nicht veröffentlicht werden.


HGK Grund 4. Er sichert und schafft Arbeit.

"Köln ist einer der wichtigsten Logistikstandorte in Deutschland. In den vier Häfen der HGK arbeiten einige Hundert Menschen. Sie sind das zentrale Glied einer Kette, die das Rheinland zu einem prosperierenden Wirtschaftsraum macht.

Mehr als 26.000 Logistik-Arbeitsplätze in der Region sind mittelbar oder unmittelbar mit den Kölner Häfen verbunden. Viele weitere Branchen profitieren davon, dass Köln der zweitgrößte Binnenhafen in Deutschland ist: Automobilhersteller und -zulieferer, Maschinen- und Anlagenbau, Chemie und Pharmaindustrie, Konsum-, Handels- und andere Unternehmen haben sich für den Standort entschieden, weil es hier zuverlässige und effiziente Verkehrsträger wie die Kölner Häfen gibt.”

Kommentar:
Irreführung: Natürlich entstehen durch Godorf Arbeitsplätze, sie entstehen aber auch bei anderen Standorterweiterungen (z. B. Umnutzung von Flächen in Niehl), wenn Godorf nicht gebaut wird.



 

HGK Grund 5. Er ist gut für die Umwelt.

"Binnenschiffe sind das mit Abstand umweltfreundlichste Verkehrsmittel.Die Verlagerung des Verkehrs auf das Wasser bedeutet weniger CO2, weniger Lärm, weniger Feinstaub. Beispiel:

Ein gewöhnliches Trockengüterschiff mit rund 110 Metern Länge und etwa 11 Metern Breite fasst 3.000 Tonnen Ladung, so viel wie 150 LKW oder 75 Eisenbahnwaggons. Binnenschiffe verbrauchen außerdem weniger Energie als alle anderen Verkehrsträger. Pro Tonnenkilometer benötigt das Schiff im Güterfernverkehr 1,3 Liter Diesel. Die Bahn kommt auf 1,7 Liter, ein LKW auf 4,1 Liter. Noch größer sind die Unterschiede der Energieeffizienz:

ein Schiffs-PS bewegt 4000 Kilogramm, ein LKW-PS nur 150 Kilogramm. Für den Ausbau des Hafens wurden etwa 20 Hektar Fläche erschlossen. Zum Ausgleich hat die HGK auf 27,6 Hektar neue Biotope geschaffen und dadurch die Eingriffe überkompensiert. Zählt man all diese Faktoren zusammen, gibt es einen eindeutigen Gewinner: die Umwelt.”

Kommentar:
1.Blanker Unsinn: Binnenschiffe sind eine Hauptquelle für verkehrsbedingte Schadstoffe in Köln. Sie sind für Feinstaub und rund 25 Prozent der Stickoxide in der Stadt verantwortlich.  Wenn demnächst die Häfen in die Kölner Umweltzone einbezogen werden, kommt die Wahrheit ans Licht.
2. In der Gesamtbetrachtung ist laut Gutachten von Prof. Baum die Umweltbilanz neutral.


 

HGK Grund 6: Er ist wirtschaftlich.

"Der Hafenausbau ist für die Region gesamtwirtschaftlich rentabel. Laut Gutachtern bringt die Erweiterung jährlich einen volkswirtschaftlichen Nutzen von sieben Millionen Euro, bei nur drei Millionen Euro Kosten.

Zudem wirkt die Erweiterung wie ein regionales Konjunkturprogramm:
Investitionen während der Bauphase und höhere Umschlagleistungen des erweiterten Hafens bringen unmittelbar Beschäftigung und Wertschöpfung vor allem für Bau- und Handwerksbetriebe. Wer dieses Investitionsvorhaben ablehnt, verzichtet auf wichtige Wachstumsimpulse und Entwicklungschancen für die Region. Und: Zuwendungen des Bundes und der EU stehen nur für dieses Projekt zur Verfügung. Ohne die Erweiterung in Godorf fließen die Mittel in andere Regionen.”

Kommentar:
Fraglich: Selbst wenn man den hier errechneten volkswirtschaftlichen Nutzen nicht in Zweifel zieht, bleibt die Frage, ob an einem anderen Standort wie z.B. in Niehl nicht ein noch weit höherer Nutzen zustande käme.
Nachhaltig: Wachstum muss heute nachhaltig ausgerichtet sein.
Subventionen: Wenn sie nicht nach Godorf fließen, könnten sie z.B. anderen Kölner Logistikprojekten zugute kommen.


 

HGK Grund 7. Er ist die kostengünstigste Lösung.

"Der Ausbau in Godorf spart Geld. Köln benötigt neue Umschlagflächen für den Containertransport. Ein Neubau ist günstiger als der Umbau: Ein Quadratmeter neu angelegte Containerfläche in Godorf kostet 385 Euro. Der Umbau von Massengut- und Logistikarealen in Niehl schlägt dagegen mit 796 Euro, mehr als dem Doppelten, zu Buche.

Verzichtet Köln auf den Ausbau inGodorf und wandelt die bestehenden Anlagen um, verliert die hiesige Wirtschaft erstens dringend benötigte Lager- und Logistikflächen; zweitens wird das Projekt etwa 35 Millionen Euro teurer. Hinzu kommen die Spareffekte im Verkehr, jährlich rund 21 Millionen Euro im Großraum. Die niedrigeren Umweltkosten sind darin noch nicht einmal enthalten.”

Kommentar:
Falschdarstellung!!! Richtig ist, dass der Ausbau in Godorf um vieles teurer als eine Optimierung der bestehenden Hafenflächen in Niehl ist.
Kosten Godorf: 473 Euro pro qm (Wirtschaftlichkeitsgutachten Prof. Baum 2007)
Kosten Niehl: 184 Euro pro qm (Wirtschaftsplan der HGK2008).



 

HGK Grund 8: Er schafft Sicherheit.

"Weniger Verkehr bedeutet weniger Unfälle. Durch die geringe Verkehrsdichte, die gleichmäßige Geschwindigkeit und die durchgängige Ausrüstung mit Schiffsradar ist das Binnenschiff der Verkehrsträger mit den wenigsten Unfällen. Gutachter sagen: Die Erweiterung des Godorfer Hafens spart jedes Jahr 852.000 Euro Unfallkosten ein.”

Kommentar:
1. Schwaches Argument: Der zusätzliche LKW-Verkehr im Kölner Süden kreuzt auch Schulwege.
2. Gefährliche Hafenzufahrt: Experten unterstreichen, dass der Ausbau das Unfallrisiko für die Schifffahrt erhöht, weil dann eine Hafenzufahrt den Zugang für vier Hafenbecken bildet. (Im Godorfer Hafen werden gefähliche Stoffe umgeschlagen!)


 

HGK Grund 9: Er ist dringend notwendig.

"Eine Verlagerung zum Hafen Köln-Niehl ist keine Alternative. Die dortigen Flächen stehen nicht für den Containerumschlag zur Verfügung, sondern werden für den Massengut- und Stückgutumschlag sowie die Lagerlogistik benötigt.

Neuen Logistik- und Industrieunternehmen kann Köln schon heute oft keine geeigneten Grundstücke anbieten. Im Gegenteil: Es gibt in den hiesigen Häfen ein absehbares Flächendefizit von circa 170.000 Quadratmetern selbst wenn die Erweiterung in Godorf kommt und die Eisenbahnterminals im Kölner Norden und in Köln-Eifeltor gebaut bzw. ausgebaut werden.”

Kommentar:
Falschdarstellung: Es wurde nachgewiesen, dass in Niehl durch eine richtige Hafennutzung große Flächen zur Verfügung stehen.
Im Moment werden im Niehler Hafen große Flächen falsch genutzt.


 

HGK Grund 10: Der Bau muss jetzt beginnen.

"Der Bau muss jetzt beginnen, damit die Anlagen rechtzeitig zur Verfügung stehen. Auf Dauer gibt es für Unternehmen und Industrie sonst nur eine Alternative: Sie wandern zu anderen Hafenstandorten ab. Wer Industrie und Arbeitsplätze in Köln unterstützt, muss auch den Ausbau des Godorfer Hafens unterstützen. Er ist wirtschaftlich, umweltschonend, alternativlos.”

Kommentar:
Quatsch: Aus Mangel an Hafenflächen braucht kein Unternehmen Köln zu verlassen und der Hafenausbau muss schon gar nicht jetzt beginnen.

Fazit: Der Hafenausbau in Godorf ist unwirtschaftlich, naturzerstörend und es gibt bessere Alternativen!