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Argumente gegen den Hafenausbau in Godorf

Naturschutzgebiet retten – Steuerverschwendung verhindern -Arbeitsplätze sichern - LKW-Verkehr durch Alternative Niehler Hafen nachhaltig reduzieren - Bildungsinvestitionen ermöglichen - Logistikstandort stärken - Kölner Hafenklüngel stoppen


1. Der Hafenausbau ist unnötig

In Köln sind genügend Flächenreserven für Containerumschlag vorhanden, die bis zum Jahr 2025 reichen. Dies bestätigt auch das von der Häfen- und Güterverkehr Köln AG (HGK) selbst in Auftrag gegebene Gutachten (Planco) "Zukunftsperspektiven der Kölner Häfen" aus dem Jahr 2008.

Danach sind im Niehler Hafen rund 170.000 qm Fläche (ca. 25 Fußballfelder) für weiteren Containerumschlag nutzbar – mehr als doppelt so viel wie in Godorf geplant. Möglich ist dies durch die Verlagerung von Containern, die gar nicht mit dem Schiff transportiert werden, in das vier Kilometer entfernte Terminal für kombinierten Ladeverkehr (KLV-Terminal) der HGK und durch die Umstrukturierung von Flächen im Niehler Hafen.


2. Der Hafenausbau ist unwirtschaftlich und vernichtet Steuergelder

Die von den Ausbaubefürwortern bis dato öffentlich genannten Kosten von 65 Mio. Euro  für den Hafen sind falsch. Bereits der Subventionsantrag der HGK aus dem Jahr 2008 spricht eine ganz andere Sprache: Hier gibt das Unternehmen für den Hafenausbau Kosten von rund 77,2 Mio. Euro an. Laut Subventionsantrag ist das Vorhaben auch in hohem Maße unprofitabel: Ohne die öffentliche Subventionen werden jährliche Verluste von über 6 Mio. Euro erwartet. Die Umsatzrendite fällt auf minus 50 Prozent. Die Zahlen stammen aus dem Bericht der Kölner Staatsanwaltschaft, die gegen die HGK wegen Subventionsbetrug ermittelt hat. 


3. Der Hafenausbau ist viel teurer als eine Optimierung des Niehler Hafens

Der Hafenausbau ist im Vergleich zur Alternative in Niehl viel zu teuer. Die Kosten einer Optimierung in Niehl sind deutlich niedriger. So belaufen sich die Ausbaukosten in Godorf auf rund 473 Euro pro qm (Wirtschaftlichkeitsgutachten Prof. Baum 2007). Die Umnutzungskosten in Niehl liegen bei nur rund 184 Euro pro qm (HGK Wirtschaftplan 2008).


4. Nicht der Hafenausbau in Godorf, sondern die Optimierung des Niehler Hafens reduziert den LKW-Verkehr durch Köln

Die Ausbaubefürworter behaupten, dass mit einem Container Hafen in Godorf tausende LKW-Fahrten durch Köln eingespart würden und malen das Schreckgespenst eines Verkehrsinfarkts an die Wand, der ohne Hafenausbau drohe. Das ist falsch.

Wer den LKW-Verkehr durch Köln wirksam und nachhaltig reduzieren will, muss den Niehler Hafen in Verbindung mit dem KLV-Terminal optimieren. Container werden dann nicht mehr per LKW von Niehl zum Terminal Eifeltor im Kölner Süden transportiert, sondern gehen vom Niehler Hafen umweltfreundlich direkt per Bahn in das nur vier Kilometer entfernte unternehmenseigene Terminal.

Fakt ist auch: Niemand kennt die tatsächliche Zahl der LKW-Fahrten durch Köln, weil es keine Untersuchung dazu gibt. Die von den Ausbaubefürworten kolportierten Zahlen sind deshalb Fantasiezahlen. Die prognostizierte Zunahme beim LKW-Verkehr besteht zu zwei Dritteln aus Transitverkehr, der keinerlei Bezug zu den Kölner Häfen hat. Ein Hafenausbau kann diesen Verkehr überhaupt nicht reduzieren.


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5. Der Hafenausbau bedroht Arbeitsplätze in Köln und Region

Der Ausbau des Godorfer Hafens durch das öffentliche Unternehmen HGK soll mit vielen Millionen Euro Subventionen aus Steuergeldern finanziert werden. Dieser öffentlich subventionierte Ausbau von Ãœberkapazitäten bedroht die Arbeitsplätze im Bonner Hafen.

Während in Sonntagsreden der Kölner Wirtschaft und Politik ständig die Metropolregion Köln/Bonn/Rheinland beschworen wird, würde mit dem Hafenausbau ein erfolgreiches mittelständisches Familienunternehmen in der direkten Nachbarschaft geschädigt. Es wäre besser, regionale Kooperationsmöglichkeiten zu nutzen, damit die gesamte Region ökologisch und ökonomisch profitiert.


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6. Der Hafenausbau verhindert Bildungsinvestitionen in Köln

Mit dem Hafenausbau verspielt Köln Zukunftschancen: Die Investitionsruine in Godorf verschwendet Geld der Kölner Bürger, mit dem nachhaltige Bildungsinvestitionen wie der dringend notwendige Ausbau der U3 Betreuung und von Ganztagsschulen in Köln finanziert werden müsste. Die volkswirtschaftliche Rendite von Bildungsinvestitionen ist zudem höher als die des geplanten Hafenausbaus.


7. Der Hafenausbau zerstört ein wichtiges Naturschutzgebiet

Durch den Ausbau würde das Naturschutzgebiet Sürther Aue für immer zerstört. Die Sürther Aue ist ein besonderer Lebensraum für zahlreiche seltene und geschützte Tiere und Pflanzen. Die Zerstörung wäre katastrophal für eine Großstadt wie Köln, die auf Naturräume angewiesen ist. Die Sürther Aue ist zudem sehr wichtig für den Hochwasserschutz in Köln, weil sie natürliche Ãœberflutungsflächen zur Verfügung stellt. Wer diese Flächen durch den Hafenausbau zerstört, der nimmt ein erhöhtes Hochwasserrisiko für Köln in Kauf. Verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln sieht anders aus.


8. Das umweltfreundliche Transportmittel Binnenschiff ist ein Mythos

Das Schiff als ökologische Wunderwaffe ist ein Mythos. Binnenschiffe und Häfen sind vielmehr eine Hauptquelle für gesundheitsgefährdende Schadstoffe in Köln, wie z.B. Feinstaub und Stickoxide. Hier liegt der Anteil der Binnenschifffahrt bei rund 25 Prozent der verkehrsbedingten Emissionen. Insbesondere wegen dieser Umweltgifte wird die Umweltzone in Köln zukünftig ausgeweitet und verschärft. Den größten Umweltnutzen erzielt man mit einer konsequenten Verlagerung der Güterverkehre auf die Bahn. Darum muss die Alternative zum Hafenausbau in Godorf lauten: Optimierung in Niehl in Verbindung mit dem KLV-Terminal, weil hier die Container direkt auf die Bahn verlagert werden können.


9. Unabhängige und seriöse Zahlen zu Verkehr und Logistik fehlen

Köln ist eine der wichtigsten Logistikdrehscheiben in Europa. Deshalb ist es wichtig und richtig den Logistikstandort Köln zu stärken. Dafür braucht Köln endlich ein zukunftsfähiges regionales Logistikkonzept, welches erstmalig auch die regionalen Potentiale (Bonn, Düsseldorf/Neuss) aller Verkehrsträger einbezieht und eine seriöse und unabhängige Datenbasis erstellt.

Dieses Konzept wird, auf Initiative der Aktionsgemeinschaft Contra Ausbau Godorfer Hafen und durch einen Ratsbeschluss verabschiedet, im Augenblick erstellt. Ergebnisse sollen bis 2013 vorliegen. Es bleibt das Geheimnis der Ausbaubefürworter warum man um jeden Preis erst einen Hafen bauen will, um danach in einem Gesamtkonzept zu prüfen, ob man ihn wirklich braucht.


10. Der Hafenausbau ist auf Tricksereien des Kölner Klüngels gegründet

Seit 1986 wurden der Rat und die Öffentlichkeit von der HGK gezielt mit falschen Angaben auf den Hafenausbau in Godorf konzentriert und von der Alternative in Niehl abgelenkt. Ein methodisch fundierter Vergleich durch unabhängige Experten fand nie statt. So wurde der Hafenausbau heute zum Projekt eines Kölner Hafenklüngels, dessen traurige Vorbilder die Skandale um die Müllverbrennungsanlage, den Messebau oder der Bau der neuen U-Bahn sind: 

Falsche Behauptungen im "Hafenkonzept 1988":
Einer Umnutzung des Hafens Niehl für Container stehen "unüberwindliche Hindernisse" entgegen. Danach hat die HGK bis heute geräuschlos 135.000 qm Fläche für Container umgewidmet. Das sind ca. 20 Fußballfelder oder 1 Fußballfeld pro Jahr, Rat und Verwaltung kontrollierten nicht oder sahen weg.

Falsche Behauptung im Planfeststellungsantrag 2004:
"In Niehl sind die Kapazitäten erschöpft." Das Planco-Gutachten von 2008 im Auftrag der HGK weist rund 170.000 qm Flächenpotential für zukünftigen Containerumschlag nach.